Nitrieren (NITAI®)

Nitrieren/Nitrocarburieren

Unter der Bezeichnung NITAI® sind alle Nitrier- und Nitrocarburierverfahren der HAUCK-Gruppe zusammengefasst. Nitrieren und Nitrocarburieren verbessern die mechanischen Eigenschaften von Bauteil-Randschichten. Beim Nitrieren werden Werkstücke einer Stickstoff abgebenden Umgebung bei einer Temperatur von 450 bis 550 °C ausgesetzt, wobei Stickstoff aus dem Nitriermittel in die Werkstückoberfläche eindiffundiert. Bei Nitrocarburierprozessen, die bei 550 bis 580 °C stattfinden, werden zusätzlich Kohlenstoff abgebende Medien zugesetzt, sodass neben dem Stickstoff auch Kohlenstoff in die Werkstückoberfläche eindiffundiert. Es können alle gebräuchlichen Stahl-, Guss- und Sinterwerkstoffe behandelt werden. Geeignet sind sowohl unlegierte als auch niedrig- und mittellegierte Stähle. Hochlegierte Stähle mit mehr als 13 % Chrom sind aufgrund ihrer Oberflächenpassivität nur bedingt geeignet. Legierungselemente wie Aluminium, Vanadium, Chrom und Titan begünstigen dabei die Härtesteigerung im Randbereich.

Eigenschaftsverbesserungen

  • Hoher Verschleißwiderstand bei Adhäsion
  • Reduzierung der Reibungskoeffizienten
  • Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit
  • Verbesserung der Warmbeständigkeit bis ca. 500 °C
  • Hohe Abriebbeständigkeit
  • Gute Maß- und Formbeständigkeit
  • Ansprechendes Oberflächenaussehen
  • Verbesserung der Biegewechselfestigkeit

Einsatzgebiete

  • Allgemeiner Maschinenbau
  • Armaturenbau
  • Automobilbau
  • Befestigungstechnik
  • Bergbau
  • Druckmaschinenbau
  • Eisenbahntechnik
  • Elektronik/Elektrotechnik
  • Energie- und Reaktortechnik
  • Flugzeugbau
  • Haushaltsgeräteindustrie
  • Hydraulik- und
  • Pneumatikindustrie
  • Medizintechnik
  • Mess- und Regeltechnik
  • Textilindustrie
  • Wehrtechnik
  • Werkzeugbau

Varianten

Gasnitrieren

Beim Gasnitrieren wird das Werkstück im Ammoniak-Gasstrom bei Temperaturen zwischen 480 und 550 °C behandelt. Das Gasnitrieren wird in der Regel nur für legierte Stähle angewendet.

Plasmanitrieren

Das Plasmanitrieren findet üblicherweise bei Temperaturen von 450 bis 550 °C im Vakuum unter Zuhilfenahme des mit einer Glimmentladung erzeugten Plasmas an der Werkstoffoberfläche statt.

Als verfahrenstechnische Besonderheiten lassen sich mechanische Isolationen (Abdeckungen) realisieren.

Gas- und Plasmanitrocarburierverfahren

Das Gas- und Plasmanitrocarburierverfahren erfolgt vorzugsweise bei 550 bis 580 °C in einem Stickstoff und Kohlenstoff abgebenden Gasgemisch. Durch die Zugabe von Kohlenstoff werden die üblichen Behandlungszeiten gegenüber den reinen Nitrierverfahren verkürzt.

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